Sonntag, 15. April 2012

Ich esse Tiere

... aus Schokolade.
Neulich hat meine Tante mir eine Packung Schokotiere von Zero Zebra geschenkt.
Die Schokotierchen eignen sich meiner Meinung nach toll aus Verzierung z.B. auf Torten oder zum Naschen für Kinder und solche die es geblieben sind ;)

Die Zero Zebra Safari Party Schokolade hat ein hübsches Fair Trade Siegel und ist allergikerfreundlich und vegan. Die kleinen Schokotiere sind aus Reismilch und haben nicht nur lustige Formen, sondern auch individuelle Namen :) kein Witz:


Hinten auf der Packung stehen die Tiernamen. Von Timmy Tiger bis Roman Rhinozeros ist alles dabei. Ich zitiere mal die Verpackungsrückseite:

"Alle Tiere freuen sich sehr über die Einladung zur Safari-Feier von Zero Zebra. Einige Tiere machen sich aber auch Sorgen... Egor darf keine Milchprodukte essen und Mila ist wohl der einzige Affe mit einer Nussallergie. Tina ist allergisch gegen Eier und Greg verträgt kein Gluten. Aber Timmy, der viele Nahrungsmittelallergien hat, hüpft vor Freude, weil er weiß, dass jeder genießen kann. Denn die Schokolädchen von Zero Zebra sind frei von Allergenen. Die Tiere sind so glücklich, dass sie dich auch einladen möchten zur Safari-Feier von Zero Zebra. Damit du auch ihre neuen Lieblingsleckereien genießen kannst, die gefüllt sind mit Geschmack... nicht mit Allergenen."

Okay, um ehrlich zu sein habe ich auch schon bessere Schokolade gegessen. Die Schokotiere überzeugen geschmacklich eher weniger (schmecken etwa so wie Advenzkalenderschokolade) aber die Aufmachung find ich trotzdem putzig :3

Hasenfuß

Montag, 9. April 2012

Wie ich die Welt sehe

Letztens saß ich mit einem Bekannten, den ich lange nicht gesehen habe, in einer Bar zusammen und wir haben uns darüber unterhalten, dass ich ja jetzt seit einer Weile ohne Tierprodukte lebe.
Irgendwann hat er mich dann gefragt:

"Und wie siehst du das so, wenn andere um dich herum Fleisch essen?
Wie findest du das?" 

Da war ich erstmal ratlos. 
Ich bin es inzwischen gewohnt, anderen Leuten zu sagen, was meine Beweggründe sind aber danach hat er nicht gefragt. Er wollte nicht wissen warum ich mich ernähre, wie ich mich ernähre, sondern was ich davon halte, wie andere sich ernähren. So richtig nach einer Meinung zum Thema "fleischessende Menschen" wurde ich bisher eigentlich noch nie gefragt. Vermutlich, weil die meisten sowieso von vornherein davon ausgehen, dass ich sie und ihr Verhalten verurteile. 



("The Meat Eaters" von Michael Schulbaum

Die Sache ist die: Ich finde Fleisch Essen natürlich grausam und in gewisser Weise ignorant. Andererseits kenne ich ja meine Freunde und weiß, dass sie weder das eine noch das andere sind oder sein wollen. Das sind gute, großherzige Menschen, die jemanden der auf der Straße einen Hund tritt gehörig die Meinung sagen würden.

Aber manchmal sehe ich die Welt ein bisschen wie Sebastian. Als wären alle um mich herum wahnsinnig geworden. Dabei vergesse ich ab und an, dass ich ja lange genug selbst Tiere gegessen habe, ohne mich auch nur im Geringsten darum zu sorgen, woher diese kamen und wie sie gestorben sind. 

Trotzdem kann ich es mir manchmal nicht verkneifen, einfach wütend auf die ganze Welt und die Leute um mich herum zu sein. Ganz ehrlich, an manchen Tagen kann ich es mir nur knapp verkneifen den nächstbesten Pelzträger auf der Straße zu attackieren und ihm mein Moralverständnis in den Schlund zu stopfen. Aber niemand lässt sich gerne als wandelnder Tierfriedhof beschimpfen und erreichen kann man auf die Art sicherlich auch nur die wenigsten.

An anderen Tagen will ich Verständnis haben, vermitteln und mich erklären, damit die Leute klarsehen und ans Denken (oder vielmehr, Fühlen) kommen. Ich versuche mich in sie hinein bzw. zurück zu versetzen, wie es war bevor ich den Rattenschwanz an Schnitzel, Milch und Co. erkannt habe. 

Omnis sind ganz normale Leute. Auch ein Fleischer oder Metzger ist eine Person und sollte als diese behandelt und respektiert werden. Auch Jemand der Nerze züchtet und für Geld häutet ist irgendwann mal ein Mensch gewesen. Es ist nur so verdammt schwer, solchen Leuten nicht mit blankem Hass entgegen zu treten, wenn man sich das erbärmliche Dasein betrachtet, dass Millionen von Tieren da draußen jeden Tag führen müssen. 

Ihr seht, meine Ratlosigkeit hält an.
Wie seht ihr das? Was würdet ihr an meiner Stelle antworten? Sprich: Wie seht ihr die Welt um euch herum?

Hasenfuß 

Donnerstag, 5. April 2012

Der Osterhase

Ich habe so eine Art Hass-Liebe zum Osterhasen.
Einerseits liebe ich alles, was mit Kaninchen zu tun hat und verbinde schöne und glückliche Kindheitserinnerungen mit dem Osterfest. Wenn ich durch die Stadt gehe und die ganzen Dekohäschen in den Schaufenstern stehen seh, freue ich mich wie ein Kind über den ganzen Kitsch. Andererseits fällt mir besonders dieses Jahr auf, was für Abartigkeiten mit den Feiertagen einher gehen.

Trotz neuem Dioxin-Skandal werden dieses Jahr sicherlich wieder viele Leute auf das Ostereiersuchen und -verspeisen nicht verzichten wollen. 
Mir begegnen Perversionen wie Kaninchenfleisch im Supermarkt und Osterlämmer auf den Speisekarten. Da kommt man sich vor wie in der Steinzeit - bei Osterlämmern muss ich immer an rituelle Tieropfer zu religiösen Zwecken denken.  
Obwohl an jeder Ecke Küken und Hühner als Dekoration rumstehen, denkt kein Mensch an die 50 Millionen männlichen Küken die jedes Jahr aussortiert und ermordet werden, damit die Leute morgens ihr Frühstücksei verputzen können. 
Und in der Chocolaterie stolpere ich schließlich über sowas hier: 


Das ist gleich doppelt pervers. Einerseits weil die "süßen" Schokohäschen aus Muttermilchschokolade sind und andererseits wegen der "niedlichen" Anrichte im Holzkäfig. Wer hält sowas bitte schön für ne gute Geschenkidee? 

Mir wird ganz anders bei dem Gedanken daran, wie viel Schokolade ich früher an Ostern gegessen - oder noch schlimmer weggeworfen habe. An Ostern gab's seit jeher in meiner Familie Schokolade und Eier im Überfluss. Was nach den Feiertagen übrig war, wurde meist nicht aufgehoben sondern landete im Mülleimer. Eine wahnsinnige Verschwendung. Sowas kann man sich auch nur in einer verdrehten Luxusgesellschaft wie der unseren erlauben.

Montag, 2. April 2012

Okonomiyaki

Wie ich bereits in einem älteren Beitrag erwähnt habe liebe ich japanisches Essen.
Mich hat letztens der absolute Hunger auf Okonomiyaki gepackt.

Okonomiyaki (お好み焼き) ist eine Art herzhafter Pfannkuchen. Der Name leitet sich aus den Worten "okonomi" (=nach Belieben/nach Geschmack) und "yaki" (=braten) ab. Man kann sich den Pfannkuchen, so ähnlich wie Omelette, mit den Zutaten, die man am liebsten mag, belegen, daher der Name.
Hier wo ich wohne gibt es ein paar Restaurants, die sowas anbieten, allerdings gehört in traditionell japanisches Okonomiyaki Dashi hinein, eine Art Sud aus Algen und Fischflocken. Aber ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen und hab flink google benutzt uuuuund: 


TADA: vegan okonomiyaki !

Der Blog von dem ich das Rezept stibitzt habe heißt Wagashi Maniac. Ich schätze ich werde in Zukunft öfter Sachen von dort nachkochen. Viele der Rezepte sind entweder vegan oder enthalten Tipps für vegane Alternativen - außerdem sehen die Süßigkeiten einfach hinreißend aus <3

Also zurück zum Okonomiyaki. Zunächst habe ich übernacht einige getrocknete Kombu-Algen in Wasser eingelegt und am nächsten Tag erhitzt, richtig aufkochen darf man's wohl nicht. Mehr zum Thema vegetarisches Dashi gibt's hier (ich liebe diesen Blog). Sobald die Brühe fertig ist  kann's losgehen:

Man benötigt:

100g Kohl und ca 50g Lauchzwiebel
100g Weizenmehl
100ml Dashi
 2 El Sojasoße
1 mittlere, mehlige Kartoffel + Messerspitze Backpulver oder wahlweise 40g Yamswurzel
1 grüne Zwiebel, fein geschnitten
 Rapsöl zum anbraten

Als Belag habe ich verwendet:

1 feingehackte Frühlingszwiebel
Tonkatsu Sauce (gibt's vegan im Onlineshop/Asiamarkt oder selbstgemacht, hier das Rezept)
Aonori (getrocknete Algen zum Bestreuen)
und, weil ich sie liebe, Sprossen~

(Kennt ihr den Sprossenmix von Rewe? Ich fahr da im Moment total drauf ab :D)


Den Kohl und den Lauch und die Zwiebel in feine Streifen schneiden, aber nicht komplett zerhäckseln, da das Zeug nachher für Bindung im Teig sorgt. Die Kartoffel oder Yamswurzel reiben und zusammen mit dem Kohl und dem Lauch in eine Schüssel werfen. Mehl und Backpulver dazu und erst dann das (abgekühlte) Dashi sowie die Sojasoße dazu geben. Fertig ist der Teig. Das ganze sollte nicht zu flüssig werden, eher pancakemäßige Konsistenz. 

Etwas Öl in die Pfanne und dann großzügig Teig hineingeben. Bei mittlerer Hitze braten und den Deckel auf der Pfanne lassen. Das Zeug braucht von jeder Seite ungefähr 5 Minuten, schätze ich. 

Dann auf dem Teller "hübsch" mit Belag anrichten ;)
Das Gericht wird eigentlich in Soße ertränkt. Dazu gehört normalerweise auch tonnenweise Mayonaise, aber ich war zu faul, mir welche in vegan zu zaubern und hab's deshalb bei der Tonkatsu Soße belassen. Meine Figur wird es mir danken.

Na gut, nen Schönheitswettbewerb gewinnt das Gericht nicht. Aber es schmeckt echt lecker! :-)